· 

5. Tourenwoche - Erfahrungsbericht - 12.06.-21.06.2015

Tourenwoche, Teilnehmer Raymond M., Thomashof, Mühlberg (A)
Tourenwoche, Teilnehmer Raymond M., Thomashof, Mühlberg (A)

aus der sicht eines neuen, erstmaligen teilnehmers (Raymond M.)

Distanz: 3′100 km

Bericht:
1.1. Anreisetag: Freitag schönes Wetter
Von Bern via Appenzell und Süddeutschland sind wir über den Fernpass nach Kematen gefahren, wo wir in einem sehr schönen Hotel übernachtet haben.

2.2. Anreisetag: Samstag schönes Wetter
Wir fuhren von Kematen über den Gerlospass nach St. Jakob ins Hotel Thomashof.
Gegen Ende des Tages machte sich bei der BMW von Markus langsam die Kupplung negativ bemerkbar. Je länger die Fahrt dauerte, desto weniger konnte er “kuppeln”. Gegen Ende des Tages fuhr Markus ohne Kupplung zum Hotel.
Wir wurden dort herzlich von Gertrud und Jock in Empfang genommen.
Nachdem wir unser Gepäck in den Zimmern verstaut hatten, konnten wir draussen ein Bier geniessen und langsam trafen auch die anderen Teilnehmer der Tour ein. Da die meisten aus Deutschland kamen, war die “Amtssprache” entsprechend Hochdeutsch.
Um 19:00 wurden wir dann von Jock offiziell begrüsst und er gab uns einen groben Überblick über die bevorstehende Woche. Da die meisten Teilnehmer Wiederholungstäter waren, musste auch nicht jedes Detail erklärt werden.
Nach dem Abendessen gingen wir dann relativ früh ins Bett, da es doch ein anstrengender Tag mit vielen Kilometern war.

1. Tag: 1. Tour Sonntag - Italien Tour 14.06.
Nach dem guten Frühstück starteten wir pünktlich um 08:30.
Allgemeines Motorenstarten wurde jeweils durch die Sirene an Calles Gespann freigegeben. Schön geordnet fuhren wir dann Richtung Italien. Beim ersten Kaffeehalt begann es zu regnen.
Um weiterfahren zu können waren die Regenkombis angesagt.
Leider regnete es den ganzen Tag immer wieder, einmal mehr, einmal weniger.
Gegen Ende der Tour blieb leider ein Motorrad wegen Radlagerproblemen stehen und so liess auch Markus seine BMW im Regen, da die Kupplung nun keine Reaktion mehr zeigte.
Die gestrandeten Passagiere wurden dann auf die verschiedenen Motorräder bis nach St. Jakob verteilt (inkl. der beiden Hunde). Markus beendete die Fahrt als Sozius auf meinem Motorrad wo er mit geschlossenen Augen die Kurven genoss (oder hatte er die Augen aus Angst geschlossen?).
Während wir bei einem Bier trockneten, musste Jock mit Beifahrer und seinem Lieferwagen die stehen gebliebenen Motorräder abholen und zu den entsprechenden Händlern bringen. Beim Abendessen wurde die Tour dann nochmals besprochen und Jock stellte die 2. Tour vor.

2.. Tag: 2. Tour Montag - 15.06.
Auch heute waren die Wolken am Start sehr dicht und es roch nach Regen.
Damit wir bei einem Wolkenbruch schnell reagieren konnten, wurden bereits vor dem Start die Regenhosen angezogen. Ein richtiger Entscheid, es dauerte nicht lange und die ersten Tropfen machten sich auf dem Visier des Helmes bemerkbar. Bei der nächsten Gelegenheit (ein Platz für 20 Motorräder musste her) stoppten wir und zogen den Rest der Regenbekleidung an. Die Fahrt über den Sölkpass wurde immer wieder mit Regen begleitet. Kurz vor der Passhöhe am Sölkpass verloren wir den Anschluss zu unserem Schlussfahrzeug, den Seitenwagen von Calle. Ich fuhr dann zurück und begegnete den beiden Trikes welche vor Calle fuhren. Calles Harley-Gespann stand am Strassenrand und wollte nicht mehr weiterfahren. Nach Calles Einschätzung war die Kupplung heiss gelaufen. Da wir keine Telefonverbindung hatten, fuhr ich wieder zurück zur Gruppe, welche bereits im Restaurant beim Mittagessen war. Der Schaden am Gespann war dann aber grösser und Jock organisierte den Pannendienst.
Calles Leitspruch: “Hunger macht böse!”.
So erhielt er dann, mit einem Trike (von Anita) zurückgefahren, eine warme Mahlzeit und eine Flasche Bier, so dass sich die Wartezeit bei Nebel und leichtem Regen besser überbrücken liess.
Für Calle zeigte sich dann die Welt gleich wieder ein wenig in besserem Licht.
Auf der Rückfahrt konnten wir Calle dann beim Harley-Händler in Klagenfurt abholen, und ein ereignisreicher Tag ging bei einem guten Essen im Hotel dem Ende entgegen.

3. Tag: 3. Tour Dienstag - Ruhetag - zur freien Verfügung 16.06.

Wegen den Wetteraussichten wurde der “freie Tag” vom Mittwoch auf den Dienstag vorverschoben - was für Jock mit hohem Organisationsaufwand verbunden war - da er kurzfristig die Restaurants für beide Tage umbuchen musste.
Durch den Tag hatten wir, wettertechnisch gesehen, wiederum von allem. Es war aber besser als angekündigt.
Es folgten wunderschöne Strassen und so genossen wir die Fahrt. Kleines Missgeschick:
Calle verlor seine Schaltwippe, da diese vom Händler (Reparatur am Vortag) nicht richtig angezogen wurde.
Auf der Rückfahrt kam dann die angekündigte Überraschung. Wir hielten bei einer Konditorei. Was ich da sah, liess mein Herz höher schlagen und all den Regen vergessen.
Eine riesige Auswahl an süssen Köstlichkeiten warteten darauf probiert zu werden.
Nachdem der Entscheid gefallen war, genoss ich ein wunderbares Stück Torte. Die Heimreise verlief dann ohne Probleme und wir kamen rechtzeitig im Hotel an.
Am Abend gab es dann noch die Thomashof-Olympiade. Die Disziplin bestand aus einem Luftgewehr-Schiessen. Der Sieg ging entgegen meinen Erwartungen an Deutschland.

4. Tag: 4. Tour Mittwoch Slowenien-/Italien-Tour (Friedensweg) 17.06.

Sonnenschein. Endlich können wir die schöne Gegend so richtig geniessen. Jock musste wegen der schlechten Strassenbedingungen seine ursprüngliche Tour etwas modifizieren, um das Risiko auf der Strasse klein zu halten.
Vor dem Mittagessen besichtigten wir dann die alten Stellungen aus dem ersten Weltkrieg. Hungrig ging es dann weiter nach Italien, wo wir ein wunderbares Risotto geniessen konnten. Auf dem Rückweg fuhren wir dann noch ein Stück am Faakersee entlang und ich konnte sehen, wo - für eine Woche im Jahr - das Herz der Harley-Fahrer schlägt.

5. Tag: 5. Tour Donnerstag 18.06

Die Tage vergehen wie im Flug. Das Wetter ist durchzogen, von Sonne bis Regen alles.
Die schmalen Strassen auf die Pässe sind anspruchsvoll, aber wunderschön.
Leider hatten wir einen Sturz zu verzeichnen. Ein Kamerad war mit dem Vorderrad in die Regenrinne am Strassenrand geraten. Der Sturzbügel verhinderte schlimmeres, und so konnten wir die Harley wieder soweit in Stand stellen, dass er damit den Tag mit vorsichtiger Fahrweise noch beenden konnte.
Trotz des Unterbruchs konnte Jock den Fahrplan einigermassen einhalten.
Dank der Sonne konnten wir neben den Strassen auch die Gegend geniessen.
Nach dem Abendessen gab es Unterhaltung mit einer kleinen Band und wer wollte konnte das Tanzbein schwingen. Dies wurde vor allem von unseren weiblichen Mitglieder ausgenutzt. Siggi, unser Ältester liess es sich nicht nehmen und tanzte bis zum Schluss.
Woher er die Energie nahm, ist bis heute ein Rätsel geblieben.

Tag: 6. Tour Freitag 19.06

Und wieder einmal waren wir froh um unsere Regenkleider.
Immer wieder wurden wir mit Wasser von oben begossen. Ich wunderte mich trotz des schlechten Wetters immer noch so viele Teilnehmer an den Ride-Outs teilnahmen. Richtige Biker eben.
Die heutige Slowenientour war mit 232 km eine relativ kurze Tour.
Jock hatte dies so gewählt, dass wir etwas früher zurück im Hotel waren um sich bereits auf die morgige Abreise vorbereiten zu können (Verladen - Packen etc.).
Es war wieder eine sehr schöne Tour und diesmal ohne jegliche Verzögerung oder Ausfälle. 
In Slowenien wurden wir bei unserem ersten Kaffeehalt mit wunderschönen kalten Platten bedient. Dies sei ein Dankeschön des Restaurants, dass wir trotz des schlechten Wetters gekommen waren.
So gestärkt fuhren wir dann weiter.
Am Nachmittag beim Kaffeehalt erwartete uns eine weitere Überraschung. Wir konnten ein kleines, privates Museum besichtigen. Da gab es alte und sehr alte Motorräder zu sehen - die wir auch gerne einmal gefahren wären.
Die Rückreise verlief dann ohne nennenswerte Ereignisse, und so erreichten wir den Thomashof rechtzeitig.

7. Heimreisetag: Samstag 20.06.
Markus, José und ich machten uns am Morgen, wie bereits gewohnt um 08:30 auf den Heimweg. Die Route hatten wir am Vorabend besprochen und sie führte uns über das Südtirol wieder nach Kematen ins bereits bekannte Hotel. Der Wettergott war uns nicht so gut gestimmt, denn es regnete den ganzen Tag immer wieder. Einzig beim Mittagessen konnten wir kurz die Sonne geniessen.

8. Heimreisetag: Sonntag 21.06
Um 07:00 trafen wir uns zum Frühstück, wir waren die ersten, denn draussen regnete es bereits wieder. 
Frühzeitig fuhren wir dann auf dem schnellsten Weg Richtung Schweiz. Da der Arlbergtunnel geschlossen war, mussten wir über den Pass fahren. Wohl dank des schlechten Wetters hatte es nicht allzu viel Verkehr. Oben auf dem Pass war die Schneefallgrenze zum Fassen nahe. Mein Motorrad registrierte 3 ℃ bei Regenfall.
Da das Wetter auch in der Schweiz schlecht war fuhren wir die meiste Zeit auf den Autobahnen. Erst weit nach Zürich schien endlich wieder die Sonne.
Glücklich und zufrieden erreichten wir unsere Heimat.

Fazit der 5. Tourenwoche in Kärnten:
Gefahrene Kilometer: 3′100 km
Jüngste Teilnehmer: 2 Hunde
Ältester Teilnehmer: Siggi mit 75 Jahren

  • Ich wurde sehr gut in der Gruppe aufgenommen obwohl ich BMW-Fahrer bin, und dies ursprünglich eine Harley Tourenwoche war.
  •  Die präzise Planung von Jock war der Schlüssel zu der wunderschönen Tourenwoche. Man wusste immer schon vorher, wo man tanken kann und wie weit es bis zum nächsten Pipi Halt ging, welche Route vorgesehen war und wo wir Essen und Trinken konnten.
  •  Man fühlte sich immer in Sicherheit. Wenn etwas passieren sollte, dann konnte man sich darauf verlassen, dass Jock es richten würde.
  •  Dank der klaren Strukturen innerhalb des Konvois ging während der ganzen Woche niemand verloren. Selbst Unvorhergesehenes konnte dem nichts anhaben.
  • Die Rideouts in den wunderschönen Gegenden sind unvergesslich und die zum Teil auch ein bisschen anspruchsvolleren Passstrassen würde ich gerne nochmals fahren (OK, natürlich diesmal bei Sonnenschein).
  • Und zum Schluss: Das Ziel hatte ich erreicht, eine Woche mit wunderschönen Touren und alle wieder gesund und heil zurück. Eine Woche an die ich mich sicher noch lange gerne erinnern werde, und die ich allen nur empfehlen kann.

Herzlichen Dank an Jock und allen Teilnehmern für diese schöne Woche.

Viele Grüsse
Raymond

Kommentar schreiben

Kommentare: 0