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Ride 38 - Jakobsweg - Burgos > Ambasmestas (E)

Jakobsweg 2015, Bischofs-Sitz in Astorga
Jakobsweg 2015, Bischofs-Sitz in Astorga

Distanz: 338 km

Strecke:
Burgos > Buniel > Castrojriz > Itero Del Castillo > Fromista > Carrión de Los Condes > Sahagun > Villamoros de Mansilla > León > Villadangos Del Paramo > Hospital de Órbigo > Astorga > Rabanal Del Camino > Taberna de Gaia > Foncebadón > El Acebo de San Miguel > Molinaseca > Ponferrada > Valcarce - Ambasmestas

Wetter:
Am Anfang leicht bewölkt mit einer stetigen Bewölkungszunahme, wieder sehr heiss, aber wir blieben vom Regen verschont.

Bericht:
In Halbdunkelheit machten wir uns auf, unsere Bikes in der Garage zu holen und vor das Hotel zu überführen, damit wir unmittelbar nach dem Frühstück die Bikes beladen konnten.
Schon bald hatten wir Burgos hinter uns gelassen und bevor wir den Rio Pisuerga über die Brücke bei Itero Del Castillo überquerten, lernten wir schon die Weite des Landes kennen. Der Horizont begrenzte teilweise die Strassensicht und hierfür braucht man nicht nach Amerika zu reisen. Geradeaus soweit das Auge sieht.

Es dauerte nicht mehr lange und wir errechten den Canal De Castilla bei Frómista wo wir uns dieses Bauwerk, welches im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert gebaut wurde. Der Kanal sollte den Getreidetransport von Kastilien in Hafenstädte der Nordküste vereinfachen. Die Eisenbahn löste das Projekt effizienter ab. Wir verweilten an diesen Wassertreppen und schauten uns die Detaillösungen von nah an.
Leider wurde es wieder nichts mit dem vorgesehenen Kaffeehalt (geschlossen) und so fuhren wir ein Stück über die A-231 bis kurz nach Sahagún wo wir an einer Raststätte den längst verdienten Kaffeehalt nachholten.
Nächster Halt war León. Hier haben wir uns die Kathedrale angeschaut. Diese Kathedrale ist ja u.a. vor allem wegen den tollen Glasfenster bekannt. Klar haben wir noch in andere Ecken reingeschaut. Nachdem wir ja zur Mittagszeit in León waren, verspürten wir auch schon wieder eine “flaue” Magengegend, aber es war noch nicht der Ort, den ich für das Mittagessen ausgesucht hatte. Hierfür mussten wir noch etwas weiter fahren bis Hospital de Órbigo. Im Casa Maria Palos gab es die Mittagspause. Inzwischen war die Hitze schon wieder beträchtlich und so ging es vor allem auch um den Flüssigkeitshaushalt, den wir hier in die Balance bringen mussten.
Markus und ich haben uns das Bauwerk der Puente de Órbigo (über den gleichnamigen Rio) etwas genauer angeschaut und wir hatten das Glück, zwei Pilger beim Überqueren dieser Brücke zu fotografieren.
Von hier aus fuhren wir direkt nach Astorga und konnten unmittelbar bei der Kathedrale (sehenswert) parkieren. Während Sabine die Bikes behütete, sind wir um die Kathedrale auf die andere Seite marschiert um den dekadenten Sitz des Bischofs (ein Luxus-Schlösschen par exellence) im Bild festhalten zu können. Klar ist das Bistum Astorga eine der grössten spanischen Diözesen, aber ich habe Mühe, einen solchen Feudalsitz des Bischofs zu sehen und auf der anderen Seite die Armut im Lande zu spüren (sorry ist meine persönliche Ansicht!).
Nach diesem kurzen Fotohalt fuhren wir über das Gebirge nach Ponferrada. Diese Fahrt bot auch noch zusätzliche Abwechslung (die nicht alle geplant waren 😜).

Als erstes machten wir einen kleinen Halt beim Cruz de Ferro (Foncebadon). Das Kreuz steht in einem Steinhaufen, der von den Pilgern stetig vergrössert wird. Der ursprünglich nicht christliche Brauch, am Cruz de Ferro einen Stein abzulegen, wird inzwischen problemlos in religiös motivierte Wallfahrten integriert, indem der von zu Hause mitgebrachte Stein als Symbol der auf dem Weg hinter sich gelassenen “Sünden” respektive der schon erfahrenen Läuterung betrachtet wird. Viele Pilger nutzen das Cruz de Ferro auch, um am Baumstamm des Kreuzes persönliche Dinge, Briefe oder gar Votivgaben (= aufgrund eines Gelübdes als symbolisches Opfer insbesondere für die Rettung aus einer Notlage und häufig an einer kultischen Stätte dargebrachte Gegenstände) anzubringen.

Nach der Überwindung dieser Höhe (1′500 m) hielten wir an, um eine Sicht in die Weite des folgenden Talkessels zu machen und waren erstaunt, wie viele Windmasten wir sehen konnten. Die Durchfahrt in Acebo war wirklich schön (mit Ausnahme der Strasse). Die Steinhäuser mit den vorgehängten Balkone gaben eine tolle Atmosphäre ab. Die Strasse selber hatte von beiden Seiten ein Gefälle in die Strassenmitte (Kanalisierung des Regenwassers) und in der Mitte eine vertiefte Rinne mit hochstehenden Wasserabläufen.
Also mussten wir uns entscheiden, mehr auf die Strasse zu achten und verpassten so auch kleinere Sehenswürdigkeiten.

In Molinaseca hielten wir wieder kurz an, um die römische Brücke über den Rio Meruelo mit der dahinterliegenden Kirche bildlich festzuhalten, was ja auch geplant war …

Was eben jetzt nicht geplant war, ist die Tatsache, dass wir ausgangs des Ortes in eine Polizeikontrolle kamen (16:00 Uhr) und wir mussten “blasen” - mit Ausnahme von Gertrud, der glaubte man es anscheinend auf Anhieb. Der “Don Zero-Promillo”😜 wurde uns übrigen Bikers verliehen - was ja selbstverständlich war.

Jetzt war es nur noch eine kurze Distanz und wir trafen in Ponferrada mit seiner imposanten Burg ein. Gertrud hütete unsere Bikes und wir machten die paar Schritte um diese Burg, eine mittelalterliche Templerfestung in Ponferrada zu besuchen.
Ich denke mir, dass dieses Castillo für die Touristen ein begehrtes Fotoobjekt ist.
Nachdem wir auch diese Burg im “Kasten” hatten, folgte ein Ausschwingen über die Autobahn dem Tagesziel, Ambasmestas entgegen.

Unmittelbar vor der Ausfahrt auf der Autobahn überholte mich Markus, wild gestikulierend auf seinen Tank zeigend, und verpasste beinahe die Ausfahrt die wir nehmen mussten und gleich nach dieser Ausfahrt war ja auch die anvisierte Tankstelle, wo wir alle ohnehin voll tanken mussten.

Nach dem Einchecken, Duschen, Umziehen trafen wir uns zum Apéro bevor wir am Abend zu einem guten Nachtessen in den Saal wechseln konnten.
Inzwischen hatte auch die Bewölkung sehr stark zugenommen, aber einmal mehr hatten wir Glück - wir blieben trocken.
Dagegen machte sich die Ohrenschmerzen bei Christian immer mehr bemerkbar und er litt sichtlich unter diesem Umstand - und mir machte es doch langsam Bauchweh - wie wir diese Problem in den Griff bekommen könnten.

Beilage:
2015-08-14 Jakobsweg, Burgos > Ambasmestas (E), Rundbrief No 08

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