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Ride 07 - TW - Ossiachersee > Urbansee > Gurk > Flattnitz > Hochrindl (A), 234 km

2016-06-12 Ride 07 - 6. Tourenwoche - Gurk (A) 👉🏽 Völker-Kulturen-Schicksale
2016-06-12 Ride 07 - 6. Tourenwoche - Gurk (A) 👉🏽 Völker-Kulturen-Schicksale

Distanz: 234 km

 

Strecke:

Wernberg > Ossiach > Agsdorf > Urbansee (Kaffeehalt) > Glantschach > Zensweg > Pisweg > Gurk (Besichtigung Kloster-Kirche) > Metnitz > Flattnitz (Mittagshalt) > Glödnitz > Deutsch-Griffen > Hochrindl > Ebene Reichenau > Gnesau > Bad Kleinkirchheim (Kaffeehalt) > Köttwein > Selprisch (Tanken > Thomashof

 

Wetter:

Die Prognosen waren nicht viel versprechend und so stellten wir uns darauf ein, um so mehr die Strassen beim Start noch nass waren. Aber auch hier konnte nicht alles vorhergesagt werden und so hatten wir bis zur Nachmittagspause eine

Trockenphase erwischt.

 

Bericht:

Die Fahrt war problemlos. Am Urbansee war leider nicht mehr Erik Schinegger anzutreffen (er hat das Rest. übergeben).

In Gurk konnten wir vor der Kathedrale die Erinnerungstafel der Völker-Schicksale einmal genauer anschauen (siehe nachfolgend).

Der Mittagshalt war richtig "sonnig" (eher eine Rarität ... in diesem Sommer). Hier erlaubten wir uns nur eine kleine

Minimahlzeit einzunehmen, da uns eine Kur in der Kurkonditorei Hutter in Bad Kleinkirchheim bevorstand - und diese

Kur hatte es in sich - tat aber unheimlich gut!😜

Kaum wollten wir wieder starten, begann es wieder zu giessen - allerdings nur eine kurze Dauer. Es spielte keine Rolle, da wir ohnehin im Regenanzug unterwegs waren.

Der Rückweg war ja nicht allzu lange und bevor wir ins Hotel zurückfuhren, tankten wir unsere Maschinen noch einmal

voll.

Kärntner Völker-Kultur-Museum

Mit dem Zerfall der Monarchie wurden Grenzen neu gezogen, die erst heute - etwa 100 Jahre später - ihre Bedeutung zu verlieren beginnen. Sie trennten zusammengewachsene Völker und Kulturen. Für viele dieser Völker in den Rand- und Trennungsgebieten ist Österreich auch weiterhin als Heimat im Gedächtnis geblieben. Im Zuge der Wirren des Weltkrieges sind viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen österreichisch-ungarischen Kronländern der Monarchie und aus europäischen Staaten in unsere neue Heimat gekommen und haben hier gemeinsam einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau und zur Festigung demokratischer Staatsgebilde geleistet. In Gurk wurde mit der ehemaligen Kulturstätte der Heimat - nunmehr Kärntner-Völker-Kultur-Museum - eine vielumfassende Ausstellung über die Kulturen und Schicksale europäischer Völker geschaffen.

Die istrianer

Istrianer sind jene italienisch sprechenden Bewohner, die die istrianische Halbinsel besiedelten oder noch dort ansässig sind. Lange Zeit war der grösste Teil der Halbinsel unter venezianischer Herrschaft, während nur Triest seit 1385 zum Hause Österreich gehörte.

 

Ende des 18. Jahrhunderts kam dann die gesamte istrianische Halbinsel unter österreichische Herrschaft. Dabei war der Küstenstreifen stark italienisch geprägt, während das Hinterland eine starke slawische Präsenz aufwies.

 

Nach 1918 wurde ganz Istrien inklusive Fiume/Rijeka italienisch. 1945 wurde Istrien bis auf einen schmalen Küstenstreifen um Triest jugoslawisch. Von den 350'000 Istrianern italienischer Nationalität wurde der grösste Teil zwischen 1945 - 1947 vertrieben.

Die kanaltaler

Das Kanaltal, die Verbindung zwischen Tarvis und Pontafel (Pontebba) war deutsches Gbiet ab 973. (Festlegung der Grenze zwischen Deutschland und Italien durch Kaiser Otto II).

1007 Übergabe an den Bischof von Bamberg, ab 1759 österreichisch durch den Ankauf von Kaiserin Maria Theresia.

Zwischen 1809 und 1815 (Wiener Kongress) Besetzung durch die Franzosen.

 

Im 1. Weltkrieg war das Kanaltal Frontgebiet gegen Italien, wurde durch den Vertrag von St. Germain von Österreich abgetrennt und kam zu Italien. Die deutsche Bevölkerung wurde ab 1939 nach einem Vertrag zwischen Mussolini und Hitler grossteils nach Kärnten umgesiedelt (ca. 5'700 Personen.

Siebenbürger sachsen

Dort, wo der Gürtel der Karpaten mit seinem gewaltigen Bogen die Landschaft Rumäniens prägt, liegt Siebenbürgen, "das Land jenseits der Berge" und die Heimat der Siebenbürger Sachsen.

 

Anfang des 12. Jahrhunderts rief der ungarische König Geihsa II deutsche Siedler, vorwiegend aus Flandern, Franken, dem Rheinland und Luxemburg ins Land. 

1211-1225 kam der deutsche Ritterorden nach Siebenbürgen und 1235 wurden Hermannstadt und Kronstadt als von ihm gegründet, erstmalig urkundlich erwähnt. 

1543-1547 traten im Zuge der Reformation die Sachsen geschlossen zum evangelischen Glauben über. 

1743 begann die Zwangsumsiedlung von Protestanten, insbesondere aus Kärnten und dem übrigen Österreich nach Siebenbürgen.

 

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Siebenbürgen Rumänien angeschlossen. Nach dem 2. Weltkrieg sind von den 300'000 Siebenbürgern der überwiegende Teil vertrieben oder umgesiedelt worden.

Untersteirer und Miesstaler

Die Untersteiermark war seit 1147 Teil des Herzogstums Steiermark, das Miesstal mit dem Gebiet um Unterdrauburg gehörte sei 976 zum Herzogstum Kärnten.

Die deutschen Siedler, die sich in Städten und Märkten als Handwerker und Beamte niederliessen, aber auch als Bauern ins Land gerufen wurden, lebten friedlich mit der slawischen Bevölkerung zusammen. Ohne Volksabstimmung durch den Vertrag von St. Germain von Österreich abgetrennt und dem Königsreich Jugoslawien zuerkannt, musste sich die deutsche Minderheit mit 74'000 Untersteirern und 3'000 Miesstalern dem slawischen Druck beugen.

Tausende verloren Arbeitsplatz und Wohnung und wurden vertrieben, andere wanderten freiwillig aus.

 

Die Vertriebenen siedelten sich grossteils in der Steiermark und in Kärnten an, viele gingen nach Deutschland und auch nach Übersee.

die sudetendeutschen

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand der Begriff Sudetendeutsche. Damit bezeichnete man Deutsche, die im 12. und 13. Jahrhundert ins Land gerufen und ihre Heimat innerhalb Böhmens, Mährens und Österr. Schlesien gefunden hatten, welche seit 1526 Teil des Habsburgerreiches waren. Deutsche Städtegründungen im 14. Jahrhundet und die Gründung der Prager Universität 1348 dokumentierten die Blütezeit der deutsch/tschechischen Kultur.

 

Ab 1820 kam es zur Industrialisierung, die den sudetendeutschen Gebieten eine gewaltige Wirtschaftsmacht innerhalb des Habsburgerreiches sicherte. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs wurde das Sudetenland gegen den ausdrücklichen Willen seiner Bewohner der Tschechoslowakei zugeschlagen.

 

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die Sudetendeutschen brutal aus ihrer Heimat vertrieben und über 3 Millionen, fanden in Österreich, Deutschland und in anderen Ländern Aufnahme.

die gottscheer

Die Gottschee war ein geschlossenes Siedlungsgebiet rund 60 km südlich von Laibach, das zu Beginn des 14. Jahrhunderts von den Grafen von Ortenburg, Spittal/Drau, mit Kärntnern und Osttirolern besiedelt wurde.

 

Das Gebiet, das vorher nicht besiedelt war und keine anderssprachigen Enklaven hatte, umfasste eine Fläche von 860 kmmit 176 Ortschaften und Gottschee als Hauptort, das 1471 zur Stadt erhoben wurde.
Über 600 Jahre hielten die Gottscheer ihr Deutschtum unter schwierigsten Bedingungen (Türkeneinfälle, französische Besatzung und ab 1918 nationale Bedrängnis) aufrecht.

 

1941/42 wurden auf Grund des Hitler-Mussolini-Paktes die meisten (ca. 12'000) Gottscheer in das Gebiet zwischen Rann (Brežice) und Gurkfeld (Krško) umgesiedelt, von wo sie 1945 vertrieben wurden.

die donauschwaben

Das einstige Siedlungsgebiet der Donauschwaben lag beiderseits der mittleren Donau. Dort wurden nach der Vertreibung der Türken im Jahre 1683 Deutsche und Österreicher angesiedelt, die von ihren anderssprachigen Nachbarn Schwaben genannt wurden, obwohl nur ein kleiner Teil aus Schwaben stammte.

 

Diese Bezeichnung und der nach dem 1. Weltkrieg geprägte Begriff Donauschwaben wurde dann allgemein angenommen.

 

Die Ereignisse im und nach dem 2. Weltkrieg setzten der blühenden Wirtschaft und Kultur der 1,6 Millionen Donauschwaben ein Ende.

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