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Ride 27 - Tschierv (CH) > Gerlos (A), 332 Km - 5 Pässe-Fahrt

2016-08-16 Ride 27 - Tschierv (CH) > Gerlos (A), 332 Km - 5 Pässe-Fahrt 👉🏽 Stilfser Joch
2016-08-16 Ride 27 - Tschierv (CH) > Gerlos (A), 332 Km - 5 Pässe-Fahrt 👉🏽 Stilfser Joch

Distanz: 332 km

 

Strecke: (Grobangaben)

Umbrailpass (2'501 m) > Stilfser Joch (2'757 m) > Timmelsjoch (2'474 m) > Kühtaisattel (2'017 m) > Gerlospass (1'628 m)

 

Wetter:

Schönes und heisses Herbstwetter nachdem es in der Nacht geregnet hatte.

 

Bericht:

Heute war das "Pièce de résistance" unserer Pässe-Tour an der Reihe. Wir freuten uns auf das Stilfser Joch und das Timmelsjoch.

So starteten wir nach einem guten Frühstück und konnten schon kurz nach dem Start den Umbrail-Pass in Angriff nehmen. Klar hatten wir auch an diesem Pass ein paar Fotohalte zu machen, erstrahlte doch die Landschaft mit der aufgehenden Sonne in einem speziellen Licht. So erreichten wir schon früh den Umbrail-Pass. 

Von hier aus war es nur einen Katzensprung auf das Stilfser Joch. Klar gab es vorher noch einige schöne Kehren 

bevor wir oben waren.

 Stilfser Joch
Stilfser Joch

Stelvio  Pass  (Stilfser  Joch)

Der legendäre Stelvio hat seit seiner Fertigstellung im Jahr 1826 seinen festen Platz in der Geschichte. Er ist nach dem Col d'Iséran der zweithöchste Pass in den Alpen und angeblich war Charles Dickens einer der ersten Besucher. Stirling Moss kam 1990 bei einer Rallye von der Strasse ab und erlitt einen furchtbaren Unfall. Wer je die zahllosen Haarnadelkurven hinauf und wieder hinunter gefahren ist, der wundert sich nicht, wenn er hört, dass 2'500 Männer sechs Jahre lang an dieser Passstrasse gebaut haben. Aber der Stelvio war nicht zuletzt das Werk eines einzelnen Mannes: Der Ingenieur Carlo Donegani verdiente sich mit diesem Pass den Spitznamen "Meister des Unmöglichen".

 

Tatsächlich fühlt sich jeder, der den Stelvio bezwungen hat, ein bisschen wie ein Held. Die 2'575 Meter hohe Passstrasse, von "Top Gar" als "grossartigste Strasse der Welt" geadelt, ist nichts für schwache Nerven.

Und doch strahlt sie eine Magie aus, die irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Die blendende Sonne, die weissen Wolken und die prächtigen Felsen begleiten ihren Bezwinger durch jede Kurve. Seltsam nur, dass die Landschaft eher wie Tolkiens Share in Mittelerde wirkt und nicht so sehr wie das moderne Italien.

 

Wahrscheinlich wurde der Stelvio in erster Linie wegen seiner Kurven gewählt, die nichts für Angsthasen sind, so vertrauenserweckend die Befestigungen auch wirken mögen. Es geht die Sage von Eisklumpen so gross wie menschliche Schädel, die sich vor dem Gipfel plötzlich in den Weg stellen, und von sich unvermittelt lösenden Felsbrocken, so als wolle der Berg sie abschütteln.

Ein Pass für erfahrene Fahrer - eine Strecke, auf die man sich vorbereiten muss, was ihre Eroberung umso befriedigender macht.

 

Es gibt nur wenige Biker, die sich von einer Piste wie dem Stelvio nicht begeistern lassen. Und erst recht nicht, wenn man eine Harley-Davidson fährt, den kühlen Fahrtwind auf der Haut spürt und dem vom Berg plätschernden Wasser lauscht. Ohne Zweifel ist dies die beste Art, den Stelvio mit seiner ständig wechselnden Kulisse zu geniessen. Denn hier ist alles gleich. Die Aussichten sind auf alle ihre Art beeindruckend, und die Tier- und Pflanzenwelt wechselt hinter jeder Kurve.

Die Welt am Fuss des Berges ist ganz anders als auf dem Gipfel. Und zwischen dem Fahrer, seiner Harley und dem Himmel gibt es nichts was stören könnte. Und so soll es sein!

Die Aussicht auf der Ostseite mit der Streckenführung des Stilfser Joch ist eine Augenweide. Glücklicherweise waren wir schon sehr früh oben. Nach dem ausgiebigen Fotohalt hielt uns nichts mehr und wir machten uns an die Abfahrt.

Die Serpentine erwies sich als kein zu grosses Hindernis. Wir hatten eine Aufgabenteilung vorgenommen. Gertrud blieb etwas zurück und schaute in der unteren Strasse ob es allenfalls Gegenverkehr gab, so konnte ich etwas ausholen und ich konnte ihr nachher mitteilen ob die Strecke frei sei - so hatte sie die gleiche Möglichkeit.

Allerdings dauerte es, bis wir nach Prad in die Hauptstrasse einbiegen konnten um Richtung Meran zu fahren.

Was wir vorher zu schätzen wussten (wenig Verkehr weil wir früh daran waren) änderte sich nun  blitzartig. Zwischen Schlanders und Meran gab es Stau ohne Ende und wir brauchten viel Zeit bis wir auch Meran hinter uns lassen konnten um Richtung Sankt Leonhard in Passeier zu fahren.

Diese Strecke gefiel uns um einiges besser und die Anfahrt auf das Timmelsjoch tat das Übrige. Vor dem Tunnel hielten wir für einen Fotohalt an, da man nachher nicht mehr in den gleichen Talkessel schauen konnten.

Kurz nach dem Tunnel machten wir unseren verspäteten Mittagshalt mit Blick ins Ötztal.

Kaum hatten wir wieder etwas Fahrt aufgenommen mussten wir wieder anhalten - die Mautstelle forderte ihren Obolus,

und dieser belief sich auf € 14.-- je Bike (ich frag mich immer wieder warum dies bei uns immer gratis ist und wir mit der Vignette überall hin fahren können ohne weitere Gebühren! Hier sollten wir von Österreich lernen und wir könnten die

Strassen so auch besser unterhalten!).

Das Ötztal zu befahren bot nun wirklich keine Probleme und bei Oetz nahmen wir die L237 unter die Räder, welche uns über ein weiteres "Schmankerl" den Kühtaisattel führte. Diese Strecke ist schlicht genial. So gelangten wir nach Innsbruck. Wir mieden die Autobahn und gelangten auf Nebenstrassen bis nach Schwaz wo wir einen weiteren Stau erlebten. Ich weiss nicht ob wir diesem Stau dankbar sein sollten oder nicht - auf alle Fälle ging ein Regenguss nieder den wir dadurch verpassten und nur die Strasse war noch nass.

Das Zillertal (+/-) war unser Tagesziel. Wir kamen jedoch sehr gut voran und starteten den Aufstieg über den Gerlos-Pass. 

Wir hatten keine Unterkunft organisiert und beschlossen, in Gerlos nach einer Unterkunft Ausschau zu halten. So wählten wir ein Hotel, das  mit einem Motorradbiker am Strassenrand signalisierte, dass wir willkommen sind.

Glück gehabt! Wir kriegten sofort ein Zimmer und konnten unsere Bikes in die Garage stellen. 

Nach einem guten Nachtessen konnten wir die Ruhe an diesem Ort geniessen. Auch hier regnete es in der Nacht.

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